Spatenstich für Tropenhalle Gondwanaland
Bis Frühjahr 2010 entsteht auf der Fläche, die etwa anderthalb Fußballfeldern entspricht, eine tropische Tier- und Pflanzenwelt, wie es sie heute noch in Südamerika oder Afrika gibt. Die Anlage kostet rund 50 Millionen Euro. Der Zoo hatte die ursprünglich für Ende Sommer 2009 angekündigte Einweihung noch einmal verschoben, weil das Vergabeverfahren neu aufgerollt werden musste. Finanziert wird der Bau durch Mittel von Bund, Land, Stadt, Zoo und durch Kredite. "Gondwanaland könnte zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt werden", sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burghard Jung. "Wir wollen damit auch einen bildungspolitischen Beitrag leisten, auf die Gefährdung des Regenwaldes hinweisen und die Erdentstehung nachzeichnen", so Zoodirektor Jörg Junhold, der gerade von einer Reise aus dem Regenwald in Westafrika zurückgekehrt ist. Die Tropenhalle soll bei bis zu 80 Prozent Luftfeuchtigkeit mehr als 40 exotische Tierarten, wie Riesenottern, Zwergflusspferde, Tapire und Nashörner sowie Gehölze aus den Subtropen beherbergen. Mit einem Boot können Besucher eine Dschungellandschaft erkunden und auf Lehrpfaden die Entwicklung der Erde vom Urknall bis heute erleben. Zudem entstehen ein Baumwipfelpfad in zwölf Meter Höhe und ein asiatisches Pfahlbautendorf. Die Halle soll auch für Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen genutzt werden können. Für die Unterhaltung von Gondwanaland sind zwölf neue Stellen für Tierpfleger und Botaniker geplant. "Insgesamt rechnen wir mit 80 bis 100 neuen Arbeitsplätzen", sagte Junhold. Bereits 1998 hatte der Tierpark die Idee einer Tropenhalle in seinem Masterplan "Zoo der Zukunft" entwickelt. Vor drei Jahren hatte die Planungsphase begonnen. Für den Bau musste bereits im Sommer ein leerstehender Industriebau der früheren Orsta Hydraulik Werke weichen. Der Name der Tropenhalle leitet sich von dem früheren Riesenkontinent Gondwana ab, der vor rund 600 Millionen Jahren das heutige Südamerika, Afrika, Vorderindien, Australien und die Antarktis umfasste. Vor rund 100 Millionen Jahren brach er auseinander. Skadi Hofmann/LVZ-Online
Mit einem symbolischen Spatenstich hat der Bau der Tropenhalle Gondwanaland im Leipziger Zoo begonnen. Ein weiß-rotes Plasteband sowie grüne und gelbe Luftballons zeigten an der Paffendorfer Straße schon einmal an, welche Ausmaße das bisher ehrgeizigste Projekt des Tierparks nach seiner Fertigstellung haben wird. An Seilen befestigt hatte der Zoo die Luftballons in 34 Meter Höhe steigen lassen, rund 1,6 Hektar Land begrenzt das Plasteband.
Die tatsächliche Bauphase beginnt jedoch erst im März kommenden Jahres, da bis dahin noch einige kleinere Gebäude auf dem Gelände des Tierparks abgerissen, Bäume gefällt und Stromleitungen gelegt werden müssen.
