Gondwanaland Leipzig: Komodowaran bekommt Gesellschaft und wirbt an der A9 für Tropenhalle

Leipzig. Bis an die Autobahn 9 hat sich der Komodowaran aus dem Leipziger Zoo vorgearbeitet: Wer in Richtung Berlin fährt, entdeckt die Echse ab Dienstagnachmittag zwischen den Abfahrten Bad Dürrenberg und Leipzig-West auf einer braun-weißen Touristik-Tafel, die für einen Besuch des Leipziger Gondwanalands wirbt. Der Zoo Leipzig will so überregional mehr Aufmerksamkeit erregen. Seit der Eröffnung Ende Juni kamen mehr als eine halbe Million Besucher in den Tierpark, um den Waran, Opossum Heidi & Co. zu sehen.

Allein in den Sommerferien wollten rund 492.000 Menschen einen Ausflug in den künstlichen Regenwald machen, das sind für den Zoo fast 200.000 mehr Ferien-Besucher als im vergangenen Jahr. Volker Bremer, Chef der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM), zeigte sich überzeugt, dass Gondwanaland zusätzliche Übernachtungsgäste nach Leipzig bringen wird.

Die LTM hat vier bis fünf Standorte für touristische Hinweisschilder beantragt, der Zoo Leipzig sei nun der erste Partner, der einen Platz für die rund 5000 Euro teure Tafel in Anspruch nehmen kann. Auf der A14 soll ebenfalls bald ein Schild auf den überdachten Ur-Kontinent hinweisen. "Dafür liegt aber noch keine definitive Standortzusage des Autobahnamtes Sachsen vor", so Bremer. Wer auf den weiteren, beantragten Stellplätze für Leipzig werben darf, wollte Bremer noch nicht verraten.

Zoo-Chef Jörg Junhold sieht die Belastungsprobe der ersten Gondwanaland-Wochen bestanden: "Verkehrskonzept und Einlass-Systeme haben funktioniert", sagte er zu LVZ-Online. Zuletzt hatte der Zoo mit Handy-stibitzenden Totenkopfäffchen und einem technischen Defekt bei der Bootsrundfahrt auf dem künstlichen Fluss Gamanil zu kämpfen. Die Boote standen vier Tage still. "Ein Seil wurde gestrafft und neu eingehängt, alles läuft wieder", resümierte Junhold.

Tapir überwindet Schüchternheit mit männlicher Verstärkung

Auf die Technik-Verliebtheit der Äffchen weisen jetzt Info-Tafeln hin. Für Besucher gilt die Devise: Nicht zu nah an die Tiere 'ran, Hab und Gut festhalten. Wo die Äffchen zu forsch agierten, hatten die Tapire eher mit Schüchternheit zu kämpfen. Bis vor zwei Wochen war das Weibchen allein auf der Anlage und hielt sich gern dezent im Hintergrund. Seit zwei Wochen steht ihr ein männlicher Tapir zur Seite. "Die beiden sind ein Herz und eine Seele", sagte Junhold.

Die Tiere hätten sich jetzt gut eingelebt. Außer dem Serval seien auch die Katzen mittlerweile gut in den Gehegen zu sehen. Auf Stimmen, dass die Tiere im üppigen Gondwanaland-Grün nur schwer zu entdecken seien, reagierte Junhold gelassen. Man wolle Regenwald simulieren, "und da ist das nunmal so", sagte er. Damit die Gäste auch nachtaktive Tiere - wie Besucherliebling Opossum "Heidi" - in Aktion erleben können, wurde der Tag-Nacht-Rhythmus der Tiere gedreht.

Das war beim Deutschen Tierschutzbund auf Kritik gestoßen. Junhold sprach von einer "Nebelkerze" und verglich die Umstellung des Tag-Nacht-Rhythmus mit dem Effekt "den wir bei einem Jetlag erleben. Nach zwei Tagen haben wir uns an die neuen Umstände gewöhnt", sagte er. Entscheidend sei, dass für die Tiere der 12-Stunden-Rhyhtmus beim Tag-Nacht-Wechsel eingehalten werde. Alle Tiere würden artgerecht gehalten, mit genügend Rückzugs- oder Klettermöglichkeiten.

Ein Weibchen für den Komodowaran


Der Komodwaran als Gondwanaland-Botschafter liebt's heiß, Wärmestrahler sorgen dafür, dass in seinem Gehege um die 40 Grad Temperatur herrschen. Im nächsten Jahr soll die Riesen-Echse Gesellschaft bekommen. Über die USA und einen Ringtausch mit anderen Zoos soll ein Weibchen für den Leipziger 3-Meter-Koloss gefunden werden, das auch altersmäßig zu ihm passt.

Evelyn ter Vehn, LVZ-Online

© LVZ-Online, 23.08.2011, 15:24 Uhr
 

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